Gedanken zum 3. Sonntag nach dem Trinitatisfest

Wie ist Gott? Wie kann er gleichzeitig gerecht und barmherzig sein? In erster Linie ist er jemand, der uns kennt. Wir mögen nicht über unsere Schwierigkeiten erzählen, am liebsten würden wir sie gerne vergessen, sogar unter den Teppich kehren. Wir können auch ganz gut erklären, was und warum ist es so, und eigentlich können wir nichts dafür. Da haben wir einen Gott, der uns anschaut und auch Jahrzehnte später, weißt er ganz genau, was in unserem Leben falsch oder traurig gelaufen ist. Vor ihm können wir uns nicht verstecken. Am besten ist es, mit ihm ehrlich zu sein. Darauf wartet er. Er hat uns von Anfang an für ein Leben in Vollkommenheit geschaffen und will diese Wunden, die tief in uns liegen, nicht stehen lassen. Er will immer wieder Heilung. Er mag keine einfache Kompromisse, er will Heilung. Trotz seines Zorns und seiner Enttäuschung wegen Ungerechtigkeit will Gott das Leben auf der Erde nicht auslöschen. Er kennt auch unsere persönlichen Wunden und will sie heilen.

Es ist wunderschön, mit welcher Leidenschaft er schon im Bericht des Alten Testaments Schulden und Sünden löschen, vernichten möchte. Ja, es stimmt, dass die Heilung ein langer Prozess ist. Er will eines ganz klar am Anfang sagen. Ich, der mächtige Gott, vertraue dir und weiß, Du kannst dich ändern. Du kannst ohne deine Schuld dein Leben gut gestalten. Sein Vertrauen an uns ist sein Anfang. Auf dem Weg des Aufräumens, wo wir Schmerzen loslassen und Schuld bereuen, hat Gott uns ein unerlässliches Gegenüber, einen Begleiter geschenkt. Unser Herr Jesus Christus hilft uns, diese manchmal schmerzhaften Änderungen durchzukämpfen. Nicht nur das Gebet, das Wort Gottes, sondern gerade das Abendmahl ist immer wieder eine Stärkung: im Abendmahl steht mir Jesus Christus gegenüber und erinnert mich immer daran, er ist auf meiner Seite in diesem Kampf für das Gute. Er ist mitleidend und befreiend neben mir.

Ihre Vikarin Eszter Huszar-Kalit