Gedanken zum 4. Sonntag nach dem Trinitatisfest

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Wieder mal waren die Kirchen in den Schlagzeilen: Die Kirchenaustritte sind gestiegen! Nicht wenige sagen, dass die Kirchen dem Untergang geweiht sind.

An diesem 4. Sonntag nach Trinitatis geht es darum, wie der Glaube im Alltag gelebt wird, wie Kirche erkennbar sein soll. Die Stichworte dazu: Nächstenliebe und Feindesliebe!

Im Evangelium des Sonntages ruft Jesus zur Barmherzigkeit auf, im Wochenspruch aus dem Brief an die Galater sind wir aufgerufen, einander die Lasten zu tragen. Paulus geht im Brief an die Römer dann noch einen Schritt weiter, er ruft zur Feindesliebe auf, zur Liebe denen gegenüber, die uns Böses wollen. Er ruft dazu auf, das gute zu tun, denn sonst überwindet uns das Böse. Dann gehen wir selbst unter, weil wir nicht mehr von guten Mächten wunderbar geborgen sind, sondern von bösen Gedanken, vom Hass, der Gleichgültigkeit.

Nächstenliebe und Feindesliebe, daran soll man die Christen erkennen, daran also, dass aus Wüsten Gärten werden, weil ein Mensch den anderen sieht, wie es in einem Kirchenlied heißt.

Viele Menschen, die heute in die Kirche kommen, die ihr Kind zum Beispiel zur Taufe bringen, fragen danach, was Gott für sie tun kann. Die Frage umgekehrt, was wir für Gott tun können, wird weniger gestellt, aber die Fragen gehören zusammen. Denn der Glaube führt zur Tat, führt in den Alltag, führt, so die Aufforderungen dieses Sonntages, zur Nächsten- und zur Feindesliebe. Das hat die frühen Christen ausgezeichnet, dass der Umgang in der Gemeinde und zu den Menschen außerhalb der Gemeinde von Liebe geprägt war, von einer Liebe, die sich nicht abfindet mit den Trennungen in arm und reich, in unten und oben, in krank und gesund, in Freund und Feind.

Die Coronakrise zeigt, dass es heute viele gibt, die nicht nach dem Leben der anderen fragen, die ich mit dem Gebrauch einer Maske zum Beispiel mitschützen kann, sie fragen alleine nach ihrer persönlichen Freiheit.

Hier gilt es, solidarisch zu bleiben, erkennbar und deutlich als Kirche und als einzelne füreinander einzutreten und die Lasten zu tragen.

Bleiben Sie behütet und gesund, 
Ihre Pfarrerin Martina Buck