Gedanken zum 5. Sonntag nach dem Trinitatisfest

See
Bildrechte: Eszter Huszar-Kalit

Die Jünger und die ganze Gemeinde da am See hatten großes Glück, Jesus so nahe zu sein, seine Kraft so selbstverständlich zu spüren…

So ist es einfach Jesus zu folgen. Wir kennen mehr das Gefühl von Petrus. „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Diese Corona Zeit scheint für viele so eine mühsame, erfolglose Nacht zu sein. Kurzarbeit, nur wenige Stunden, nur wenig Geld; immer noch Home Office. Es fehlt an allem, was wir gewöhnt waren. Die Begegnungen, die Besuche im Altenheim.

Am schwersten fühlt es sich für mich an, mit der Angst zu leben. Was ist, wenn die zweite Welle kommt? „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Für den Herrn, für Jesus ist alles bekannt. Er weiß wahrscheinlich ganz genau, dass die Fischer in der Nacht nichts gefangen haben. Er bleibt nicht bei dem Problem, er hat einen anderen Plan: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!” Petrus ist müde und verzweifelt, weil sein Tageslohn ohne Fische jetzt wegfällt. „Aber auf dein Wort hin will ich die Netzte auswerfen.” Auf dein Wort… Dieser Punkt ist der Drehpunkt. Auf dein Wort. Trotz vieler negativer Erfahrungen, trotz meiner Zweifel, ja, ich fahre los. Ich traue deinem Wort.

Dieses Wort wird uns heute auch geschenkt. Jesus steht hier nicht ganz so selbstverständlich, wie damals beim See, aber sein Wort ist klar und hörbar. Jede Woche oder immer wieder, wo wir es finden, wenn wir es suchen. In der Bibelapp, in der Tageslosungsapp, in Online-Andachten, Sonntags geschrieben oder hörbar. Das Wort Jesu bringt Bewegung ins Leben. Er sagt zu Petrus: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.” Was er machen soll, ist seinem ursprünglichen Beruf ähnlich und doch anders: Menschen lebendig für das rettende Wort Gottes gewinnen.

Keiner von uns kann hundert-prozentig alles wissen, verstehen, aber jeder darf sich einlassen, seine Problemen loslassen. Die Bewegung ist ein wichtiges Merkmal der Nachfolge Jesu: sich auf sein Wort einlassen und sich in Bewegung bringen. Der Herr will uns nicht in unseren Sorgen versinken lassen. Er schickt uns zueinander. Er gibt uns eine Aufgabe. Wir begleiten einander und gemeinsam entdecken wir neue Lösungen, neue Perspektiven.

Ihre Vikarin Eszter Huszar-Kalit