Gedanken zum Sonntag Quasimodogeniti

Blühender Baum
Bildrechte: Eszter Huszar-Kalit

Zum Glück dürfen wir hier in Deutschland trotz Kontakverbot in der Natur spazieren. Die Natur bezaubert uns gerade mit einer atemberaubenden „Vorstellung”. Ich hoffe, die, die in der Wohnung oder im Heim bleiben müssen, erleben durch die Fenster auch einen Teil dieses imposanten Wunders. Die Bäume haben ihr Festkleid angezogen, das nicht nur strahlendes Grün ist, sonder oft mit weißen oder rosa Blüten geschmückt ist. Die Wiesen und Parks sind voller Blumen. Die Privatmusiker des Schöpfers, die Vögel, die Haydn, Vivaldi, Bartók und viele andere inspiriert haben, verzaubern uns mit Ihren Liedern. Mit Überraschung habe ich festgestellt, dass einige Knospen letze Woche in der Kälte gefroren sind. Die Pflanzen regenerieren sich aber und bringen an anderen Stellen neue Knospen.

Unser Bibeltext für heute lädt uns ein, nach oben zu schauen, die Natur und den Himmel zu bewundern. Wenn alles unten so mühsam und unberechenbar geworden ist, ist es erlaubt, die freie und gut duftende Luft der Natur tief einzuatmen. Was sehen wir da oben? Wir sehen bestimmt Blätter und Tiere, die genau beschreibbar sind. Sehen wir hinter dieser „Vorstellung” den Schöpfer? Wir bemerken, dass das Leben trotz des Naturgesetzes des Todes kreativ und unerschöpflich aus der Tiefe wieder erwacht. Diese Tage sind eine Einladung, das naturwissenschaftliche Weltbild mit dem biblischen Weltbild in Einklang zu bringen.

Regenbogen
Bildrechte: Eszter Huszar-Kalit

Unsere Seele darf sich daran festhalten, dass das Leben von Gott, von der großen, unerforschlichen Energie des Schöpfers getragen ist. Nicht nur das leere Kreuz verkündet, dass Gott nicht das Leid herrschen lassen möchte. „Die Regenbögen gegen Corona“, die man gerade deutschlandweit sehen kann, sind die uralte Zusage Gottes: Es wird alles gut. Es wird gut, auch wenn nicht alles nach unserer Vorstellung passieren wird. Wir wollen zum Beispiel selber sehr schwer zugeben: Wir sind auch müde und matt. Die Verlängerung des Kontaktverbots macht uns noch müder und matter. Unser Wissen über die gute Absicht Gottes darf uns aber eine neue Grundlage schenken. Aus dieser Basis erwächst neue Kraft und Kreativität, mit dieser Zeit und unseren Mitmenschen weiter verantwortungsvoll und liebevoll umzugehen. Lasst uns auf den Herr beharren und jeden Tag, wie ein Gebet, die Luft des Himmels einatmen und mit dem Jünger Thomas tief beeindruckt sprechen: „Mein Herr und mein Gott.“

Bleiben Sie behütet und gesund, 
Ihre Vikarin Eszter Huszar-Kalit

In diesem PDF finden Sie auch noch die Lesung und ein Gebet.

Audiobotschaft von Pfarrerin Martina Buck und Pfarrer Ulrich Kampe