Gedanken zum Sonntag Rogate

Regenbogen
Bildrechte: Martina Buck

Dein Reich komme, so beten wir im Vaterunser.

Auf uns ist ja schon eine Menge zugekommen in den letzten Wochen, am Anfang war alles noch in China und weit weg, dann kam Corona immer näher, vielleicht sogar hinein in den eigenen Familien- oder Freundeskreis.

Wieviele Schlagzeilen alleine mit dem Stichwort „kommen“ verbunden sind oder waren! Kommt die 2. Krankheitswelle? Kommt die Maskenpflicht? Die Ausgangssperre...

Es kam ein Klopapierengpass, was war das für ein Drama, wir schmunzeln, wenn wir zurückdenken. Aber die Hamsterkäufe waren ja Ausdruck einer ganz großen Unsicherheit: was kommt da auf uns zu?

Und dann kamen die ganzen Verschwörungstheorien, die Untergangsszenarien. Bei allem, was schon gekommen ist oder noch kommen kann, da wird es einem schon Angst und Bange…

Und Jesus betet: Dein Reich komme! Er will uns sagen: Verliert nie das eigentliche Ziel aus den Augen! Gottes Reich wird kommen, und das soll euch nicht Angst und Bange machen, im Gegenteil!

Seit Jesu Bergpredigt beten Christen das Vaterunser. Wir Christen warten darauf, beten darum, wissen, dass Gottes Reich kommt. Wir beten damit um Erlösung und Gerechtigkeit für alle, um das Leben, geschenkt von Gott, der die Quelle des Lebens ist. Wir rufen das Heil zu uns, und nicht das Unheil, wie so viele, die derzeit auf die Straße gehen.

Das Leben kann freilich manchmal grausam sein und so dunkel, dass Menschen den Blick auf das Reich Gottes verlieren und kaum mehr beten können: Dein Reich komme. Wir müssen es dann für sie mitbeten. Es gibt aber auch Menschen, die wir bewundern, weil sie selbst in der größten Krise leben können und andere neben sich sehen können. Oft sind es Menschen, die um dieses Ewige, um das Reich Gottes wissen. Es sind Menschen, die wissen: alles wird gut – egal wie es ausgeht… weil Gottes Reich kommt. Amen
 
Bleiben Sie behütet und gesund, 
Ihre Pfarrerin Martina Buck