Die Orgel der Trinitatiskirche

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja! Psalm 150, 6

Die Orgel der Trinitatiskirche wurde von der Orgelbauwerkstatt Paul Ott in Göttingen erbaut.

Statt die Käserei seines Vaters zu übernehmen, absolvierte Paul Ott (1903 - 1991) zunächst eine Schreinerlehre. Darauf folgte eine Lehre bei der Orgelbaufirma Steinmeyer in Oettingen.

Paul Otts historisches Verdienst besteht darin, der erste Orgelbauer zu sein, der die Ideen der Orgelbewegung auch in technischer Hinsicht realisierte. Die Orgelbewegung war eine Reformbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts. Einer ihrer bekanntesten Vertreter war Albert Schweitzer.
Diese Reformbestrebung wandte sich von der romantischen Orgelbauweise ab.

Im 19. Jahrhundert drohte nämlich der orgeleigene Klang durch die Nachahmung des Orchesterklangs verloren zu gehen.

Man besann sich daher wieder auf einen klaren, durchsichtigen Orgelklang, der sich an Vorbildern der Zeit vor 1750 orientierte.
Es kam somit zu einer Rückbesinnung auf die mechanischen Prinzipien des barocken Orgelbaus. 

Viele romantische Orgeln wurden entsprechend umgebaut. Auch entstanden viele neue Orgeln in neobarocker Bauweise.

Paul Otts Schaffen erreichte seinen Höhepunkt in den 1960er und 1970er Jahren, als er nicht nur Instrumente in Deutschland, sondern auch in Übersee und mehreren europäischen Ländern baute. Hier ist die mit rund 7.000 Pfeifen größte Orgel Norwegens im Konzerthaus Oslo zu nennen.

Im Dekanat München erbaute Paul Ott neben der Orgel in Oberschleißheim noch eine Orgel in der Markuskirche.

Bei der Orgel in Oberschleißheim handelt es sich um ein zweimanualiges Instrument mit 21 Registern. 

Es gliedert sich in ein Hauptwerk, Rückpositiv und Pedalwerk mit je 7 Stimmen. 

Der Orgelprospekt wurde von dem Architekten Georg Mezger entworfen. Und so fügen sich die spitzen Formen der Orgelpfeifen harmonisch in die Gestaltungslinien der Kirche ein und greifen das Motiv der Dreifaltigkeit in Form und Material auf.

Am 11. September 1966 fand die Orgelweihe statt, an der Orgel saß der damalige Landeskirchenmusikdirektor Professor Friedrich Högner. Zu dieser Zeit war Dieter Hildebrandt Organist an der Trinitatiskirche.

Seitdem erklingt die Orgel im Gottesdienst und bei Konzerten, sie begleitet und führt den Gesang der Gemeinde, ergänzt und vertieft das gesprochene Wort. Die Werke der Barockzeit erklingen ebenso wie Werke zeitgenössischer Komponisten und erfreuen Menschen auch über die Gemeindegrenzen hinweg.

Martina Buck