Lass deine Augen offen sein für das Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, dass du sie hörst, sooft sie dich anrufen.
1.Könige 8,52
Jesus spricht:  Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.
Johannes 14,14

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
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Ihre Pfarrerin Martina Buck

 

Sa, 30.5. - Di, 15.9.
Oberschleißheim Trinitatiskirche Oberschleißheim
So, 16.8. 11 Uhr
Pfarrerin Martina Buck
Oberschleißheim Trinitatiskirche Oberschleißheim
So, 23.8. 11 Uhr
Pfarrerin Kathrin Frowein
Oberschleißheim Trinitatiskirche Oberschleißheim
So, 30.8. 11 Uhr
Pfarrerin Kathrin Frowein
Oberschleißheim Trinitatiskirche Oberschleißheim
So, 6.9. 11 Uhr
Pfarrerin Katarina Freisleder
Oberschleißheim Trinitatiskirche Oberschleißheim

Aktuelle Nachrichten aus der Kirchengemeinde:

Goldfische
Bildrechte: Adobe Stock

Die Reformation ist jetzt über 500 Jahre her. Nach einem halben Jahrtausend ist klar, dass wir als Christen alle berufen sind. Wir sollen nicht nur passive Zuhörer sein, sondern wir sind gerufen mit unserem Leben die Barmherzigkeit Gottes sichtbar zu machen. Jetzt nach einem halben Jahrtausend ist diese Aufgabe besonders wichtig. Um unsere Aufgabe aus einer neuer Perspektive verstehen zu können, lade ich euch zu einer kleinen Reise ein.

Dieses Jahr darf man zwar nicht real nach Bosnia-Herzegovina, nach Südosteuropa reisen, aber wohin wir in Gedanken reisen, kann uns keiner verbieten. Dieses Land hat auch ein kleines Stück am wunderschönen Adriatischen Meer. Aber lasst uns jetzt zu einem See reisen. Bei einem Dorf mit Namen Jezero liegen mehrere Seen. Bei einem kleineren See liegt ein schöner Hof mit einem schönen Haus. Im See sind goldene Fische. Zwei junge Männer mit großem Fachwissen füttern sie und regelmässig fischen sie einige für ein Aquarium heraus. Sie handeln mit diesen Fischen und viele kleine Kinder verlassen diesen Hof fröhlich mit ihrem neuen Fisch.

Der Hof ist fröhlich und von einer traumhaften Natur umgeben. Wenn man genauer hinschaut, sieht man im Dorf auch noch einige Ruinen. Lass uns die junge Männer fragen: Wie klingt die Geschichte dieses Dorfes? Was sie erzählen, ist traurig und erschreckend…und nicht nur das… Das Dorf lag nach dem Bosnienkriege zwischen 1992-1995 in Trümmern. Mehrere tausend Menschen haben ihr Leben verloren. Aber woher haben sie dieses schöne, hübsche Haus und die Fische? Ihr Vater hat ihnen 1990 zwei Goldfische geschenkt. Zwei Jahre später mussten sie mit ihrer Mutter mitten in der Nacht fliehen. Der Vater ist zurückgeblieben, um zu kämpfen und leider schnell im Krieg gefallen. Die Mutter hat sich zurück geschlichen um ihren Mann zu beerdigen und aus dem Haus zu retten, was zu retten war. Sie hat sich auch der beiden Fische erbarmt und sie in den See geworfen. Als sie 1995, also drei Jahre später, nach Hause kommen konnten, war das Haus nicht mehr wiederzuerkennen. Der See aber glänzte von den Fischen. Die halb verwaisten Jungs haben schnell verstanden, dass ihr Vater sich auf diesem Weg um sie gekümmert hat. Sie haben die Goldfischzüchterei weiterentwickelt. So konnten sie das Haus renovieren.

Es ist schmerzhaft, aber wir müssen annehmen, dass die Welt mit ihrer gesamten Bevölkerung und Wirtschaft die zerstörerische Kraft des Virus erlebt. Manche Sachen werden sich ändern. Es mag sein, dass die Zerstörung noch nicht zu Ende ist. Danach kommt aber Leben, pflanzen und bauen. Wir dürfen mit Gottes Vertrauen im Herzen durch diese Krise gehen. Diese Perspektive bereichert heute unsere Aufgabe. Wir sind tätig in ganz unterschiedlichen Bereiche, aber uns trägt die gleiche Hoffnung. Wir dürfen uns in Hoffnung und Zuversicht stärken. Am Ende wird der Teich mit den Fischen auf uns warten.

Bleiben Sie behütet!
Ihre Vikarin Eszter Huszar-Kalit

Kreuz
Bildrechte: Eszter Huszar-Kalit

Der 7. Sonntag nach Trinitatis hat in seinem Mittelpunkt das Brot des Lebens, Jesus Christus, der sich uns im Abendmahl, in der Gemeinschaft oder durch das Wort und den persönlichen Glauben schenkt. Im Abendmahl dürfen wir erleben, dass wir zu ihm mit unseren Sorgen, Ängsten, unserem schweren Gewissen kommen. Er tritt zu uns in der Abendmahlliturgie. In den Einsetzungsworten hört man immer wieder seine Tragödie, aber auch die heilende Katharsis. „Mein Leib, der für euch gegeben wird…Das Blut des neuen Testaments…“ Diese heilende Kraft berührt uns und schenkt uns barmherzig einen neuen Beginn. Er schenkt uns nicht nur die Befreiung, sondern auch die Gemeinschaft derer, die seine Heilung erleben. Er einigt uns trotz aller Unterschiede. Wir gehören nicht nur zu verschiedenen Nationen, sondern wir gehören auch zu ihm.

Der dreifache Aufruf aus dem Brief an die Hebräer klingt irgendwie bekannt. Man sollte irgendwie immer gastfreundlich sein und die Misshandelten unterstützen… Immer wieder die Gemeinschaft bauen. Als ob das so einfach wäre?! 2015 spürten wir die Probleme des Nahen Ostens hautnah und Europa wurde auf die Probe gestellt. Wie weit können wir gastfreundlich sein? Es ist nicht immer so einfach. Jetzt in der Corona -Zeit hat eine andere große Probe ihren Anfang genommen. Wegen der Ansteckungsgefahr ist Distanz angesagt. Einige Begegnungen, größere Treffen sind nicht empfehlenswert. Auf die Nähe des Händeschüttelns und der Umarmung müssen wir verzichten. Wie soll man so Gemeinschaft erleben? Ich lerne seit ein paar Jahren, wie wichtig und bereichernd der Austausch mit Fremden trotz aller Schwierigkeiten sein kann. Der Philosoph Martin Buber sagt, eigentlich kann ich mich selber nur durch den anderen, durch ein Gegenüber richtig erkennen. Der Philosoph Emmanule Levinas geht noch einen Schritt weiter. Dieser Andere bleibt teilweise fremd. Doch nur durch die Begegnung mit dem Fremden kann ich mich weiterentwickeln. Im Unbekannten kann man das Antlitz Gottes, mit seinem reichen Geheimnis erleben. Diese Gastfreundschaft ist aber ein Schlüssel zur Zukunft. Diese Begegnungen schenken uns eine neue Perspektive, die uns Gottes Plan mit unserem Leben näher bringt. Wir überdenken unsere gewohnten Regeln und entdecken Raum für neue Freiheit, für Wachstum. Wenn wir den Fremden, den Gefangenen oder Bedürftigen treffen oder sogar helfen, lernen wir durch diese andere Perspektive unser Leben zu schätzen. Wir teilen auch die Gaben, die wir haben. Wenn eine Begegnung aber nicht stattfindet oder herausfordern ist, ist es immer wieder gut zum Meister der Begegnungen zurückzukehren. Ohne Abendmahl ist es schwieriger seine heilende Kraft näher zu erfahren. Ich bin mir aber sicher, er schafft es jetzt trotz Corona die Menschen zu berühren und zu einigen. Sein Wort tröstet und stärkt uns. Er schenkt uns seine Einheit durch sein Wort.

Bleiben Sie behütet!
Ihre Vikarin Eszter Huszar-Kalit

Im Gottesdienst am 19. Juli haben wir unsere Kirchenmusikerin Margit Kovács verabschiedet, der Gottesdienst wurde von Margit und ihrem Mann Tobias Hunger besonders musikalisch gestaltet.

Der langanhaltende Applaus der Gemeinde zeigte, wie beliebt Margit Kovács in der Gemeinde ist und wie sehr ihr Engagement geschätzt wird.

Zusatzkonzert zum Abschied

So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Abschiedskonzert am Samstag, den 25. Juli um 19 Uhr bereits ausgebucht ist. Aber wir bieten – bei entsprechender Nachfrage – ein Zusatzkonzert um 16 Uhr an.
Bitte melden Sie sich auch dafür an, entweder über die Homepage oder im Pfarramt.

Abschied von Eszter Huszar-Kalit

Am Sonntag, den 26. Juli verabschieden wir Pfarrerin Eszter Huszar-Kalit, sie wechselt nach ihrem Fortbildungsvikariat zum 1. September auf eine Pfarrstelle in die Auferstehungskirche nach München. Bei schönem Wetter findet der Gottesdienst im Pfarrgarten statt.

Achtung: Der Gottesdienst beginnt wie auch die folgenden Gottesdienste in den Sommerferien um 11 Uhr!

Neues Lied
Bildrechte: AdobeStock

„Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“
Dieses Wort aus dem 98. Psalm ist eine klare Aufforderung! Doch, wo finden wir ein neues Lied? Ist ein neues Lied eines, das nach 1960 geschrieben wurde? Oder ist das auch schon wieder alt?

Dietrich Bonhoeffer gibt in einer Predigt aus dem Jahr 1934 eine andere Richtung vor. Es geht nämlich nicht um das Entstehungsjahr eines Liedes.

„Neu ist dasjenige Lied, das den Menschen neu macht, das aus Dunkelheit und Sorgen und Angst hervorbricht zu neuer Hoffnung, neuem Glauben, neuem Vertrauen.  Neu ist das Lied, das Gott selbst neu in uns erweckt - und ob es ein uraltes Lied wäre -, der Gott, der sich, wie es bei Hiob heißt, „Lobgesänge schafft mitten in der Nacht." 

Der Mensch wird neu, findet neue Hoffnung, neuen Glauben, kann neu vertrauen. Das ist das Kriterium für das neue Lied und nicht ein Entstehungsjahr. Neues kann im Menschen entstehen, wenn er Lobgesänge in der Nacht singt. Wie Paulus und Silas im Gefängnis, die inmitten der Nacht Gott loben können. In all ihren Schmerzen, in der Sorge um ihre Zukunft, vermögen die beiden es, auf Gott zu blicken und ihm zu singen, ihn zu loben. Weil Gottes Liebe sich nie einsperren lässt.

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! Das, was der Psalmdichter 500 Jahre vor Paulus schreibt, wird wahr: Die Fesseln fallen ab von Paulus und Silas, die Türen öffnen sich. 

Wenn wir Freiheit erfahren, von Gott befreit werden, dann singen wir ein neues Lied: Es ist das Lied von Jesus Christus, so schreibt es Dietrich Bonhoeffer, das Lied vom Sohn Gottes, der die Menschen befreit von Krankheit und Schuld.

Wir sind eingeladen, dieses Lied immer wieder selbst zu singen. Auch wenn wir meinen, dass wir in der Dunkelheit feststecken. Bei unserer Taufe hat Jesus Christus uns zugesagt, dass er bei uns ist alle Tage, egal was auch kommen wird. Diese Gewissheit, dass wir nie alleine sind, auch im größten Leid nicht, kann uns neue Wege eröffnen. Vielleicht ist es nur ein Schritt, aber es ist Bewegung und ein Neubeginn, mit einem Lied auf den Lippen.

Bleiben Sie behütet und gesund, 
Ihre Pfarrerin Martina Buck

See
Bildrechte: Eszter Huszar-Kalit

Die Jünger und die ganze Gemeinde da am See hatten großes Glück, Jesus so nahe zu sein, seine Kraft so selbstverständlich zu spüren…

So ist es einfach Jesus zu folgen. Wir kennen mehr das Gefühl von Petrus. „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Diese Corona Zeit scheint für viele so eine mühsame, erfolglose Nacht zu sein. Kurzarbeit, nur wenige Stunden, nur wenig Geld; immer noch Home Office. Es fehlt an allem, was wir gewöhnt waren. Die Begegnungen, die Besuche im Altenheim.

Am schwersten fühlt es sich für mich an, mit der Angst zu leben. Was ist, wenn die zweite Welle kommt? „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Für den Herrn, für Jesus ist alles bekannt. Er weiß wahrscheinlich ganz genau, dass die Fischer in der Nacht nichts gefangen haben. Er bleibt nicht bei dem Problem, er hat einen anderen Plan: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!” Petrus ist müde und verzweifelt, weil sein Tageslohn ohne Fische jetzt wegfällt. „Aber auf dein Wort hin will ich die Netzte auswerfen.” Auf dein Wort… Dieser Punkt ist der Drehpunkt. Auf dein Wort. Trotz vieler negativer Erfahrungen, trotz meiner Zweifel, ja, ich fahre los. Ich traue deinem Wort.

Dieses Wort wird uns heute auch geschenkt. Jesus steht hier nicht ganz so selbstverständlich, wie damals beim See, aber sein Wort ist klar und hörbar. Jede Woche oder immer wieder, wo wir es finden, wenn wir es suchen. In der Bibelapp, in der Tageslosungsapp, in Online-Andachten, Sonntags geschrieben oder hörbar. Das Wort Jesu bringt Bewegung ins Leben. Er sagt zu Petrus: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.” Was er machen soll, ist seinem ursprünglichen Beruf ähnlich und doch anders: Menschen lebendig für das rettende Wort Gottes gewinnen.

Keiner von uns kann hundert-prozentig alles wissen, verstehen, aber jeder darf sich einlassen, seine Problemen loslassen. Die Bewegung ist ein wichtiges Merkmal der Nachfolge Jesu: sich auf sein Wort einlassen und sich in Bewegung bringen. Der Herr will uns nicht in unseren Sorgen versinken lassen. Er schickt uns zueinander. Er gibt uns eine Aufgabe. Wir begleiten einander und gemeinsam entdecken wir neue Lösungen, neue Perspektiven.

Ihre Vikarin Eszter Huszar-Kalit

Die Künstler des Abends: Marigt Kovács und Tobias Hunger
Bildrechte: Privat

Nach drei Jahren müssen wir uns leider von unserer Organistin Margit Kovács verabschieden, sie zieht mit ihrer Familie nach Coburg. Drei Jahre lang hat sie nicht nur am Sonntag und an den Feiertagen unsere Gottesdienste an der Orgel begleitet und mitgestaltet, sie hat auch das kirchenmusikalische Leben außerhalb der Gottesdienste wunderbar gestaltet in den Konzerten und Matineen. Oft war auch ihr Ehemann, der Tenor Tobias Hunger, mit von der Partie.

Wir wollen die beiden im Gottesdienst am 19. Juli verabschieden und ihnen den Segen Gottes für den Neubeginn in Coburg mitgeben. Den Gottesdienst werden die beiden selbstverständlich musikalisch besonders begleiten.

Ohne ein Abschiedskonzert geht es aber nicht:

Am Samstag, den 25. Juli um 19 Uhr geben Margit und Tobias ein Konzert mit befreundeten Musikern und Musikerinnen, die auch schon in unserer Kirche aufgetreten sind. 

Dieses Konzert muss ja unter Corona-Bedingungen stattfinden: Es gilt der Abstand von 1,5 Metern zwischen den Besuchern und wie im Restaurant müssen die Sitzplätze dokumentiert werden.

Melden Sie sich bitte hier im Internet fürs Konzert an und reservieren Sie sich damit einen Platz, denn wir haben nur 36 Plätze zur Verfügung, wobei auch jeweils zwei Personen nebeneinander sitzen können, sofern sie aus einer Familie oder aus einem weiteren Hausstand sind. Maximal können also 72 Besucher und Besucherinnen kommen.

Am Einfachsten geht es, wenn Sie auf den Termin klicken und dort Ihre Kontaktdaten eingeben und dazu angeben, ob Sie mit einer weiteren Person kommen.

Sie können sich auch telefonisch übers Pfarramt anmelden.

Im Konzert müssen dann alle eine Sitzplatzkarte ausfüllen.

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Wieder mal waren die Kirchen in den Schlagzeilen: Die Kirchenaustritte sind gestiegen! Nicht wenige sagen, dass die Kirchen dem Untergang geweiht sind.

An diesem 4. Sonntag nach Trinitatis geht es darum, wie der Glaube im Alltag gelebt wird, wie Kirche erkennbar sein soll. Die Stichworte dazu: Nächstenliebe und Feindesliebe!

Im Evangelium des Sonntages ruft Jesus zur Barmherzigkeit auf, im Wochenspruch aus dem Brief an die Galater sind wir aufgerufen, einander die Lasten zu tragen. Paulus geht im Brief an die Römer dann noch einen Schritt weiter, er ruft zur Feindesliebe auf, zur Liebe denen gegenüber, die uns Böses wollen. Er ruft dazu auf, das gute zu tun, denn sonst überwindet uns das Böse. Dann gehen wir selbst unter, weil wir nicht mehr von guten Mächten wunderbar geborgen sind, sondern von bösen Gedanken, vom Hass, der Gleichgültigkeit.

Nächstenliebe und Feindesliebe, daran soll man die Christen erkennen, daran also, dass aus Wüsten Gärten werden, weil ein Mensch den anderen sieht, wie es in einem Kirchenlied heißt.

Viele Menschen, die heute in die Kirche kommen, die ihr Kind zum Beispiel zur Taufe bringen, fragen danach, was Gott für sie tun kann. Die Frage umgekehrt, was wir für Gott tun können, wird weniger gestellt, aber die Fragen gehören zusammen. Denn der Glaube führt zur Tat, führt in den Alltag, führt, so die Aufforderungen dieses Sonntages, zur Nächsten- und zur Feindesliebe. Das hat die frühen Christen ausgezeichnet, dass der Umgang in der Gemeinde und zu den Menschen außerhalb der Gemeinde von Liebe geprägt war, von einer Liebe, die sich nicht abfindet mit den Trennungen in arm und reich, in unten und oben, in krank und gesund, in Freund und Feind.

Die Coronakrise zeigt, dass es heute viele gibt, die nicht nach dem Leben der anderen fragen, die ich mit dem Gebrauch einer Maske zum Beispiel mitschützen kann, sie fragen alleine nach ihrer persönlichen Freiheit.

Hier gilt es, solidarisch zu bleiben, erkennbar und deutlich als Kirche und als einzelne füreinander einzutreten und die Lasten zu tragen.

Bleiben Sie behütet und gesund, 
Ihre Pfarrerin Martina Buck

Wie ist Gott? Wie kann er gleichzeitig gerecht und barmherzig sein? In erster Linie ist er jemand, der uns kennt. Wir mögen nicht über unsere Schwierigkeiten erzählen, am liebsten würden wir sie gerne vergessen, sogar unter den Teppich kehren. Wir können auch ganz gut erklären, was und warum ist es so, und eigentlich können wir nichts dafür. Da haben wir einen Gott, der uns anschaut und auch Jahrzehnte später, weißt er ganz genau, was in unserem Leben falsch oder traurig gelaufen ist. Vor ihm können wir uns nicht verstecken. Am besten ist es, mit ihm ehrlich zu sein. Darauf wartet er. Er hat uns von Anfang an für ein Leben in Vollkommenheit geschaffen und will diese Wunden, die tief in uns liegen, nicht stehen lassen. Er will immer wieder Heilung. Er mag keine einfache Kompromisse, er will Heilung. Trotz seines Zorns und seiner Enttäuschung wegen Ungerechtigkeit will Gott das Leben auf der Erde nicht auslöschen. Er kennt auch unsere persönlichen Wunden und will sie heilen.

Es ist wunderschön, mit welcher Leidenschaft er schon im Bericht des Alten Testaments Schulden und Sünden löschen, vernichten möchte. Ja, es stimmt, dass die Heilung ein langer Prozess ist. Er will eines ganz klar am Anfang sagen. Ich, der mächtige Gott, vertraue dir und weiß, Du kannst dich ändern. Du kannst ohne deine Schuld dein Leben gut gestalten. Sein Vertrauen an uns ist sein Anfang. Auf dem Weg des Aufräumens, wo wir Schmerzen loslassen und Schuld bereuen, hat Gott uns ein unerlässliches Gegenüber, einen Begleiter geschenkt. Unser Herr Jesus Christus hilft uns, diese manchmal schmerzhaften Änderungen durchzukämpfen. Nicht nur das Gebet, das Wort Gottes, sondern gerade das Abendmahl ist immer wieder eine Stärkung: im Abendmahl steht mir Jesus Christus gegenüber und erinnert mich immer daran, er ist auf meiner Seite in diesem Kampf für das Gute. Er ist mitleidend und befreiend neben mir.

Ihre Vikarin Eszter Huszar-Kalit