Geschichte der Jakobuskapelle

St. Jakobus blickt auf eine lange Geschichte zurück: Zurückgehend aufs Jahr 955 ist das Gotteshaus eine der ältesten Kirchenbauten im Landkreis München. Im Zuge der Jahrhunderte erfuhr das kleine Kirchlein immer wieder bauliche und stilistische Veränderungen; so machte es u.a. Herzog Wilhelm V., - der Begründer der Schlossanlage Schleißheim und Erbauer des Alten Schlosses – Ende des 16. Jahrhunderts zu einer seiner Klausen im Rahmen des Klausenwegs. 

Nach der letzten Renovierung in den 60Jahren und der Erbauung der neuen Aussegnungshalle wurde die Kirche immer weniger genutzt. Ende der 90Jahre stellte sich ein größerer Renovierungsbedarf heraus, den die die damalige Bürgermeisterin und heute Altbürgermeisterin Elisabeth Ziegler mit Energie anging. Sie leitete die Sanierung durch die Gemeinde ein, die in stetem Kontakt und enger Zusammenarbeit mit der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, dem Landratsamt München, der Denkmalschutzbehörde und dem Pfarrverband Oberschleißheim in die Wege erfolgte, und gründete zur weiteren Finanzierung des Großprojekts 2003 den Förderverein Jakobuskapelle. 

Mit vereinter finanzieller und organisatorischer Anstrengung ging es schließlich ans Werk: Im Jahr 2005 startete die Sanierung. Zunächst war Basisarbeit erforderlich: Das Mauerwerk war so durchfeuchtet, dass eine besondere Trockenlegung mit Hilfe einer eigenen Wandtemperierung notwendig war. Erst diese ermöglichte in Verbindung mit einer eigenen Lüftungsanlage die vollständige Trocknung der Bausubstanz. Daran anschließend erfolgten Maurer- und Putzarbeiten, u.a. wurde der historische Chorbogen wieder durch Abbruch einer Wand wiederhergestellt. Große Beachtung widmete man auch dem Putz: So musste aus bauklimatischen Gründen der in den 60er Jahren aufgebrachte zu fette Außenputz entfernt durch historische Innen- und Außenputze ersetzt werden, um künftigen Feuchtigkeitsproblemen vorzubeugen. Dabei hilft auch die (bleibend eingebaute)  Lüftungsanlage. Sodann erhielt der Kirchenraum eine neue, helle und klare Farb- und Lichtgestaltung und schließlich eine neue und würdevolle klerikale Ausstattung mit Altar, Ambo und fachgerecht restauriertem Gestühl.