Kirche
Bildrechte: Martina Buck

Beim Blick in die Natur fällt es uns leicht, das Neue wahrzunehmen, das wächst und aufblüht, da fällt es uns auch leicht, den Schöpfer dafür zu loben: Es grünt und blüht in aller Pracht, der Regen tut sein Übriges. Aber wir Menschen lechzen immer mehr nach Freiheit von all den Einschränkungen und wir sehnen uns nach Gemeinschaft, dass wir uns einfach wieder in den Arm nehmen können, wenn wir uns sehen. Neu und wunderbar fühlt es sich nicht an und zum Jubeln ist uns nicht wirklich zumute.

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, so schreibt Paulus. Aber was meint er damit, wie sind wir in Christus und was ist dann das Neue?

Das Evangelium liefert uns einen Hinweis: ein Wort, das darin ganz oft, nämlich siebenmal, vorkommt, ist das Wort „bleiben“. 

Bleib in mir - Jesus sagt damit: Du Mensch kannst mit all deinen Sorgen und Ängsten zu mir kommen, dich bei mir ausruhen. Du wirst Trost und den Halt finden, nach dem sich dein Herz sehnt. Für dich und dein Leben habe ich Verständnis und biete dir meine Hilfe an.

Jesus sagt damit auch: Egal, wie weit du dich von mir, der Quelle des Lebens, entfernt hast, die Tür zum Wiederkommen, zur Heimkehr und zum Bleiben bei mir steht dir ganz offen. 

Seit Karfreitag und Ostern ist zudem deutlich geworden: Das Bleiben umfasst alle Facetten des Lebens, die Freude wie das Leid, den Jubel wie den Klageruf.
Es geht also nicht nur ums Zuhausebleiben in dem Sinne, dass wir nicht verreisen können und nur für nötige Wege das Haus verlassen dürfen. Es geht darum, die innere Heimat nicht zu verlieren. Das Bleiben wendet sich so ins Positive: Ich bleibe bei dem, der mich liebt. Das gilt für beide Seiten, für Christus und für mich. 

Diese Verbundenheit macht mich neu, immer wieder! Wenn ich dran denke, oder wenn ich mich darüber freuen, singen und jubeln kann, wenn ich Kraft aus dieser Verbindung ziehen kann, wenn ich dann auch Neues schaffen kann zum Wohl der anderen. 

Bleiben Sie behütet und gesund, 

Ihre Pfarrerin Martina Buck

In diesem PDF finden Sie auch noch die Lesung und ein Gebet.

Audiobotschaft von Pfarrerin Martina Buck und Pfarrer Ulrich Kampe

So ist unsere neues Videobotschaft überschrieben. Sie richtet sich vor allem an unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden, deren Konfirmation wir leider verschieben mussten. Wir können uns auch nicht zum Konfikurs treffen, bleiben aber über Videokonferenzen mit ihnen in Kontakt, auch unsere Konfileiter begleiten die Konfis, so haben sie sich schon zu einem Osterspaziergang am Handy verabredet.

Wir beschäftigen uns im Kurs derzeit mit dem Thema Taufe. Darum geht es auch im Video, es soll die Konfirmanden, aber auch uns alle daran erinnern, dass das Ja der Taufe gilt. Schaut einfach mal rein!

 

Hirte
Bildrechte: Adobe Stock

Das Bild von den Schafen mit dem Hirten ist eines, das ganz unterschiedliche, manchmal auch widersprüchliche Reaktionen hervorruft: 
Manche rufen empört: „Ich bin doch kein Schaf!“, und schon gar kein blödes. Doch Forscher an der Universität Cambridge fanden heraus, dass Schafe weitaus klüger sind als gemeinhin geglaubt. Sie können sich hervorragend räumlich orientieren, sich sehr gut an ihre Umgebung erinnern und sogar menschliche Gesichter erkennen und unterscheiden. Ihr Gedächtnis ist außergewöhnlich. Selbst nach Jahren der Trennung erkennen sich befreundete Schafe wieder. Es ist also ein passender Vergleich, den Jesus hier zieht: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.“ Schafe folgen nicht jedem Hirten. Sie können durchaus unterscheiden, wer ihr Hirte ist.

Vielleicht erinnern wir uns auch wehmütig ans Schäferfest in Hochmutting im letzten Jahr, als während des ökumenischen Gottesdienstes ein Lämmchen geboren wurde und wir unbeschwert gemeinsam feiern konnten. Wir spüren unsere Sehnsucht nach „der Herde“, nach den anderen, nach Gemeinschaft. Und auch die Sehnsucht nach Halt, nach Geborgenheit, danach, dass uns jemand beschützt und aus dieser Zeit der Krise führt. Wir stellen freilich fest, dass wir Menschen den Weg aus der Krise nicht kennen, alle menschlichen Wege sind momentan nur für kurze Wegstrecken überschaubar und Entscheidungen bleiben fehlbar. Der Gedanke, dass Gott uns durch diese Krise führt, und sei der Weg auch noch so schwer und finster, hilft, weil wir ihn an unserer Seite wissen.

Und noch ein Stichwort ist derzeit in aller Munde: Die „Herdenimmunität“ ist in der Corona-Krise als Alternative zur Ausgangssperre diskutiert worden. Schule, Kitas, Läden bleiben offen, man lässt die Infektion eines Großteiles der Bevölkerung zu – und nimmt Tote in Kauf. Das Modell der Herdenimmunität geht also davon aus, dass ein Teil der Herde, vor allem die Älteren und Schwächeren, verlorengeht. Das ist nicht das, was Jesus will. Er kümmert sich um jedes Schaf, das verlorengeht und nicht mehr mitkommt. Nur so kann er ein guter Hirte sein, nur so können wir ihm vertrauen und folgen.

Bleiben Sie behütet und gesund, 

Ihre Pfarrerin Martina Buck

In diesem PDF finden Sie auch noch die Lesung und ein Gebet.

Ökumenisches Wort zum Sonntag

Vielleicht haben Sie sich schon über die Audiobotschaften von Pfarrer Uli Kampe und Pfarrerin Martina Buck gewundert, die hier auf der Homepage stehen. Vor allem, weil die an die „Oberschleißheimer in der Parksiedlung“ gerichtet sind! Diese Botschaften sind aber tatsächlich in der Parksiedlung am Sonntagabend um 18 Uhr zu hören, und zwar über große Lautsprecher von Bernd Steinert. Es wird auch immer Musik gespielt, die die Menschen in dieser schweren Zeit erfreuen will. Und so wurden eben auch die beiden Pfarrer gefragt, ob sie nicht auch einige Worte an die Menschen richten möchten. In großer ökumenischer Verbundenheit und auch in Verbindung über die Religionsgrenzen hinweg haben beide Pfarrer die Gelegenheit aufgegriffen, an alle Worte des Trostes und der Hoffnung weiterzugeben.

Hier können Sie unseren neuen Gemeindebrief online lesen!
Die derzeitige Situation erlaubt es uns leider nicht, den Gemeindebrief durch unsere ehrenamtlichen Austräger verteilen zu lassen.
Da wir außerdem nicht wissen, wann wir uns wieder zu Gottesdiensten und Veranstaltungen treffen können, entfallen die Terminhinweise!

Gemeindebrief Frühjahr 2020

Blühender Baum
Bildrechte: Eszter Huszar-Kalit

Zum Glück dürfen wir hier in Deutschland trotz Kontakverbot in der Natur spazieren. Die Natur bezaubert uns gerade mit einer atemberaubenden „Vorstellung”. Ich hoffe, die, die in der Wohnung oder im Heim bleiben müssen, erleben durch die Fenster auch einen Teil dieses imposanten Wunders. Die Bäume haben ihr Festkleid angezogen, das nicht nur strahlendes Grün ist, sonder oft mit weißen oder rosa Blüten geschmückt ist. Die Wiesen und Parks sind voller Blumen. Die Privatmusiker des Schöpfers, die Vögel, die Haydn, Vivaldi, Bartók und viele andere inspiriert haben, verzaubern uns mit Ihren Liedern. Mit Überraschung habe ich festgestellt, dass einige Knospen letze Woche in der Kälte gefroren sind. Die Pflanzen regenerieren sich aber und bringen an anderen Stellen neue Knospen.

Unser Bibeltext für heute lädt uns ein, nach oben zu schauen, die Natur und den Himmel zu bewundern. Wenn alles unten so mühsam und unberechenbar geworden ist, ist es erlaubt, die freie und gut duftende Luft der Natur tief einzuatmen. Was sehen wir da oben? Wir sehen bestimmt Blätter und Tiere, die genau beschreibbar sind. Sehen wir hinter dieser „Vorstellung” den Schöpfer? Wir bemerken, dass das Leben trotz des Naturgesetzes des Todes kreativ und unerschöpflich aus der Tiefe wieder erwacht. Diese Tage sind eine Einladung, das naturwissenschaftliche Weltbild mit dem biblischen Weltbild in Einklang zu bringen.

Regenbogen
Bildrechte: Eszter Huszar-Kalit

Unsere Seele darf sich daran festhalten, dass das Leben von Gott, von der großen, unerforschlichen Energie des Schöpfers getragen ist. Nicht nur das leere Kreuz verkündet, dass Gott nicht das Leid herrschen lassen möchte. „Die Regenbögen gegen Corona“, die man gerade deutschlandweit sehen kann, sind die uralte Zusage Gottes: Es wird alles gut. Es wird gut, auch wenn nicht alles nach unserer Vorstellung passieren wird. Wir wollen zum Beispiel selber sehr schwer zugeben: Wir sind auch müde und matt. Die Verlängerung des Kontaktverbots macht uns noch müder und matter. Unser Wissen über die gute Absicht Gottes darf uns aber eine neue Grundlage schenken. Aus dieser Basis erwächst neue Kraft und Kreativität, mit dieser Zeit und unseren Mitmenschen weiter verantwortungsvoll und liebevoll umzugehen. Lasst uns auf den Herr beharren und jeden Tag, wie ein Gebet, die Luft des Himmels einatmen und mit dem Jünger Thomas tief beeindruckt sprechen: „Mein Herr und mein Gott.“

Bleiben Sie behütet und gesund, 
Ihre Vikarin Eszter Huszar-Kalit

In diesem PDF finden Sie auch noch die Lesung und ein Gebet.

Audiobotschaft von Pfarrerin Martina Buck und Pfarrer Ulrich Kampe

Ostertüte
Bildrechte: Martina Buck

Auch in diesem Jahr wollen wir das Osterlicht teilen, wenn auch anders als sonst. Deshalb stehen in der Trinitatiskirche Papiertüten bereit mit dem Osterlicht und einer Osterbotschaft.

Es gibt auch eine Familienvariante, da ist noch etwas zum Basteln drin und eine Andacht, die mit den Kindern gefeiert werden kann.

Kommen Sie einfach bei Ihrem Osterspaziergang in der Kirche vorbei und nehmen Sie diese Tüte als Ostergruß der Kirchengemeinde mit!

Achten Sie bitte besonders auf die Einhaltung der Abstandsregeln, falls sich mehrere Personen in der Kirche aufhalten sollten!

Osterkerze 2020
Bildrechte: Martina Buck

Ostern ist anders in diesem Jahr, so lesen, so hören wir es überall.
Das heißt doch, wir wissen eigentlich, wie das Osterfest sein müsste.

Da wäre das Osterfeuer vor der Kirche, die dunkle Kirche. Da ist dann immer dieser eine Moment, wenn die Osterkerze hereingetragen wird, das Osterevangelium gelesen wird und sich das Licht austeilt. Die Orgel erklingt das erste Mal seit Karfreitag mit: „Christ ist erstanden“, die Glocken läuten. Im Gemeindesaal wartet dann immer schon das Osterfrühstück.

Im Festgottesdienst um 10.15 Uhr hätte ich heuer ein Kind getauft. All das ist nicht in diesem Jahr. Ostern ist anders als sonst.
Ja, Ostern ist anders! Schauen wir ins Evangelium, da lesen wir auch nichts von fröhlicher Osterfrühstücksstimmung, sondern vielmehr von Furcht und Unsicherheit. Er ist nicht hier, das mussten die Frauen hören.

Nicht umsonst heißt es: Fürchtet euch nicht! Der Engel sagts den Frauen, der Auferstandene auch, als sie ihm dann auf dem Weg begegneten.

Es ist ja auch zum Fürchten, wenn plötzlich alles anders ist als gewohnt. Wenn Gräber leer sind, und der Tod keine Macht mehr hat. Wenn alles anders ist als gewohnt.

Wir trauern gerade um Tausende von Toten in dieser Coronakrise überall auf der Welt, wir sind voller Sorge um unsere Lieben, um uns, um unsere Zukunft. Wie geht es weiter, wann kehrt wieder ein Hauch Normalität ein?

Ostern ist anders. Es fängt ganz da unten an, in der Angst, in der Unsicherheit. Ostern fängt an, wenn ich einen Schritt weg gehe. Der Engel sagt zu den Frauen am Grab: hier ist er nicht! Diesen einen Schritt raus aus dem Dunkel, der Angst, der Krise, den müssen wir gehen. Weil auch diese Krise nicht das Ende sein wird. In diesem Jahr gehen wir diesen Schritt unsicher, aber vielleicht auch mit mehr Sehnsucht als sonst.

Und dann sehen auch wir den Auferstandenen, wir sehen das Licht, das er für uns bereit hält, im Gesicht unserer Lieben, im Aufblühen der Natur, im Vertrauen, in gelebter Nächstenliebe.

Ostern wird anders, aber nicht weniger Ostern sein in diesem Jahr. Ganz im Gegenteil.

Frohe und gesegnete Ostern, bleiben Sie behütet und gesund,
Ihre Martina Buck

In diesem PDF finden Sie auch noch die Lesung und ein Gebet.

Audiobotschaft von Pfarrerin Martina Buck und Pfarrer Ulrich Kampe

Liebe Schwestern und Brüder, wenn ich wage, meinen Osterbrief an alle Glieder unserer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit dieser Anrede zu beginnen, dann tue ich das mit umso größerer Überzeugung angesichts der noch nie dagewesenen Umstände, unter denen wir das Osterfest in diesem Jahr feiern. „Christus ist auferstanden!“ – das ist die Botschaft, die wir uns heute wie in jedem Jahr am Osterfest zurufen. In diesem Jahr können wir es nicht, wie es uns vertraut und lieb ist, in den festlichen Ostergottesdiensten in unseren Kirchen tun. Das ist ein großer Schmerz. Aber es ist notwendig, damit wir nicht selbst Risiken an Leib und Leben gerade für Menschen verursachen, die besonders verletzlich sind. Wir würden damit unsere eigene Botschaft konterkarieren.

An zwei Stellen in Oberschleißheim laden wir Sie ein, mithilfe der letzen Worte Jesu am Kreuz inne zu halten, für unsere leidende und trauernde Welt zu beten und die Nähe des für uns leidenden Jesus Christus zu erfahren. 

Der Weg in Altschleißheim startet unter der Brücke bei der S-Bahn-Station. Der Weg in Neuschleißheim startet beim Bürgerplatz. Suchen Sie die Zitate, die an Bäumen hängen, und machen Sie sich auf für den tragfähigen Trost Gottes.

Sie können die Pilgerwege noch bis Ostermontag begehen.